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Vollsortimenter für ganz Keltern geplant

 Zahlen, Argumente und offene Punkte zum geplanten Rewe-Standort Hofacker – Bebauungsplanverfahren steht am Anfang


Die Pläne für einen Rewe-Markt auf dem Hofacker in Weiler beschäftigen viele Menschen in Keltern. Die Diskussion dreht sich vor allem um die Nahversorgung, die Größe und den Standort des Markts sowie um mögliche Folgen für bestehende Geschäfte. Der Gemeinderat hat das Bebauungsplanverfahren begonnen. Damit ist der Markt noch nicht genehmigt. Die Gemeinde lässt das Nahversorgungsgutachten an die veränderte Planung anpassen. Auch weitere Stellen müssen das Vorhaben prüfen. Fragen und Antworten zum Projekt:


Warum braucht Keltern einen weiteren Lebensmittelmarkt?


Das Nahversorgungskonzept der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, kurz GMA, sieht Nachholbedarf. Keltern verfügt über rund 214 Quadratmeter Verkaufsfläche je 1.000 Einwohner. Die sogenannte Zentralität liegt bei 47 Prozent. Das heißt: Ein großer Teil der Kaufkraft fließt damit in umliegende Kommunen ab. Viele Menschen erledigen größere Einkäufe in Pforzheim, Remchingen, Karlsbad, Straubenhardt oder Birkenfeld. Seit 2018 sind zudem vier kleinere Lebensmittelbetriebe weggefallen. Ein Vollsortimenter bietet mehr Waren als ein Discounter oder ein kleiner Nahversorger. Der Markt kann daher die gesamte Gemeinde Keltern ergänzend versorgen. Rewe hat angekündigt, nach ihrer Unternehmensphilosophie auch regionale Produkte in das Sortiment aufzunehmen.


Warum kann der Markt nicht deutlich kleiner ausfallen?


Die Projektentwickler erklären, dass sich ein Vollsortimenter mit nur 500 bis 600 Quadratmetern nicht betreiben lässt. Er braucht Platz für ein breites Sortiment, Frischebereiche und ergänzende Waren. Nach aktuellem Stand soll die Verkaufsfläche zwischen 1.320 und 1.350 Quadratmetern liegen. Ursprünglich waren rund 1.400 Quadratmeter untersucht worden. Geplant sind eine Bruttogrundfläche von rund 2.000 Quadratmetern und 101 Stellplätze auf einem etwa 8.000 Quadratmeter großen Grundstück. Die Projektentwickler begründen die Zahl der Stellplätze mit dem erwarteten Kundenaufkommen und den Spitzenzeiten am Freitag und Samstag.


Warum ist der Hofacker in Weiler als Standort vorgesehen?


Der Standort liegt am nördlichen Ortseingang von Weiler. Nach Einschätzung der GMA können ihn viele Menschen aus Weiler zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Zwei Bushaltestellen liegen ebenfalls in der Nähe. Die GMA bewertet den Standort deshalb als in die Siedlungsstruktur eingebunden. Zugleich würde das Vorhaben eine bisher unbebaute Fläche beanspruchen und teilweise versiegeln. Das muss im weiteren Bebauungsplanverfahren geprüft und ausgeglichen werden.


Wurden innerörtliche Alternativen geprüft?


In der Diskussion steht vor allem die Fläche an der Hauptstraße 22/24. Nach Auffassung der Gemeinde bietet das Gelände nicht die Fläche für einen Vollsortimenter dieser Größe, insbesondere nicht mit seinem Parkplatzbedarf. Ferner würde der gesamte Fahrverkehr durch Weiler geführt. Ein Markt würde dort außerdem nicht zu dem städtebaulichen Konzept passen, das die Gemeinde auch mit Bürgern erarbeitet hat. Die Gemeinde muss die Wahl des Standorts im Bebauungsplanverfahren nachvollziehbar begründen.


Gefährdet der neue Markt bestehende Geschäfte in Keltern?


Das Gutachten von 2024 rechnet für Nahkauf und Penny mit Umsatzrückgängen von etwa zehn Prozent. Die GMA hält beide Märkte jedoch für leistungsfähig und erwartet nicht, dass sie wegen des neuen Marktes schließen. Für kleinere Lebensmittelanbieter prognostiziert sie geringere Auswirkungen. Nahkauf, Penny und Rewe gehören zudem zur Rewe-Unternehmensgruppe. Die Ergebnisse des Gutachtens beziehen sich allerdings noch auf die frühere Planung, das Gutachten wird aktualisiert.


Welche Folgen erwartet das Gutachten für das Umland?


Die GMA geht davon aus, dass sich die Kaufkraftverlagerungen auf viele Standorte verteilen. Für Anbieter in Karlsbad prognostiziert sie höchstens fünf Prozent, für Straubenhardt rund vier Prozent. Nach ihrer Einschätzung gefährdet das Projekt weder die Versorgungszentren der Nachbarkommunen noch einzelne dortige Märkte.


Warum wird das Gutachten aktualisiert?


Die Untersuchung stammt aus dem Jahr 2024. Sie betrachtete einen Markt mit rund 1.400 Quadratmetern Verkaufsfläche und einer Kindertagesstätte. Die Planung hat sich inzwischen deutlich verändert. Des Weiteren wurden in den Nachbarkommunen Planungen zu neuen Märkten aufgerufen. Deshalb hat der Gemeinderat eine Aktualisierung verlangt. Sie soll zeigen, wie sich der neue Entwurf und die aktuellen Planungen auf die Versorgung und die bestehenden Anbieter auswirken würde.


Ist der Rewe-Markt bereits beschlossen?


Nein. Mit dem Aufstellungsbeschluss hat der Gemeinderat das Bebauungsplanverfahren begonnen, aber damit ist noch keine Baugenehmigung erteilt. Zunächst müssen die aktualisierten Untersuchungen vorliegen. Auch der Regionalverband muss sich mit dem Projekt befassen. Bürger können ihre Hinweise und Einwände im weiteren Verfahren einbringen. Sollte ein zulässiges Bürgerbegehren zustande kommen, gelten dafür die gesetzlichen Regeln. Bürgermeister Steffen Bochinger hat erklärt, dass er auch ein Votum gegen das Projekt akzeptieren würde. Jedoch sieht er in diesem Verfahren eine große und vermutlich auch die letzte Chance für Keltern, die Nahversorgung für die kommenden Jahrzehnte in Keltern zu sichern und so Keltern weiterhin als attraktive Gemeinde zu entwickeln und zukunftsfähig aufzustellen. Dies auch im Hinblick auf Arbeitsplätze und Steuereinnahmen.

Einladung Gemeinderatssitzung

Am

Dienstag, den 28. Juli 2026 um 19:30 Uhr

findet im Bürgersaal des Rathauses in Keltern - Ellmendingen eine öffentliche Sitzung des

Gemeinderates

statt. Die Bevölkerung wird hierzu eingeladen.

gez. Claus Bischoff, 1. Bürgermeister-Stellvertreter

Achtung: Die öffentliche Gemeinderatssitzung findet im Anschluss an die Bauausschusssitzung ab 19:30 Uhr statt

Öffentliche Tagesordnung:

1.

Fragen der Bevölkerung

2.

1. HJ 2026 Spendenannahme

3.

Finanzzwischenbericht zum   30.06.2026

4.

Unterhaltungsmaßnahmen im   Tief- und Straßenbau:
 Vergabe des Rahmenauftrages für Zeitverträge 2026/2027

5.

MZH-Halle im OT Weiler
 Herstellen einer Prallwand
 Vergabe von Bauleistungen

6.

Bekanntgaben und   Verschiedenes

7.

Fragen der Gemeinderäte